Berlin
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In Berlin gibt es tausende obdachlose Menschen, und viele von ihnen leben in extrem gefährlichen Bedingungen. Das Leben auf der Straße birgt nicht nur gesundheitliche Gefahren durch Kälte oder Hitze, sondern auch erhebliche Bedrohungen durch Gewalt. Besonders auffällig ist die zunehmende Zahl von Gewaltvorfällen gegen Obdachlose im Jahr 2024.

Inhaltsverzeichnis:

 

Gewaltstatistik und ihre Auswirkungen auf Obdachlose

Im Jahr 2024 wurden in Berlin insgesamt 506 Gewaltvorfälle gegenüber Obdachlosen registriert. Dies stellt einen Anstieg von 61 Fällen im Vergleich zum Vorjahr dar. Besonders betroffen sind Obdachlose von vorsätzlicher Körperverletzung. 241 Fälle von einfacher Körperverletzung und 166 Fälle von gefährlicher sowie schwerer Körperverletzung wurden gezählt. Zu den schwerwiegenden Vorfällen gehören auch drei Morde und Totschläge. Berlin-Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf waren die Bezirke mit den meisten Vorfällen.

Sexuelle Gewalt und Raubüberfälle gegenüber Obdachlosen

Im Jahr 2024 wurden in Berlin insgesamt 13 Vergewaltigungen von Obdachlosen gemeldet. Zwölf Frauen und ein Mann wurden Opfer von sexueller Gewalt. Zusätzlich gab es fünf Fälle von sexueller Belästigung und einen Vorfall von exhibitionistischen Handlungen. Zudem kam es zu 35 Raubüberfällen, bei denen Obdachlose ausgeraubt wurden. Diese Zahlen belegen die hohe Bedrohung, der obdachlose Menschen ausgesetzt sind.

Strategien zur Bekämpfung von Obdachlosigkeit und Gewalt

Der Berliner Senat setzt auf den "Housing First"-Ansatz, um Obdachlosen zu helfen und Gewalt zu verhindern. Dieser Ansatz stellt sicher, dass Obdachlosen zuerst eine Wohnung angeboten wird, ohne dass sie vorher bestimmte Bedingungen erfüllen müssen. Dies hilft, die Lebenssituation von besonders verletzlichen Menschen zu stabilisieren. Zusätzlich gibt es in Berlin verschiedene Notübernachtungen und Tagesstätten, die speziell auf die Bedürfnisse von Obdachlosen ausgerichtet sind.

Schwierige Lebenssituation für Obdachlose in Berlin

Obdachlose in Berlin sind nicht nur mit körperlicher Gewalt konfrontiert, sondern auch mit psychischen Erkrankungen. Etwa 70 Prozent der obdachlosen Menschen leiden unter psychischen Problemen, die häufig zu Gewaltreaktionen führen. Barbara Breuer, Sprecherin der Berliner Stadtmission, betont, dass viele Obdachlose große Schwierigkeiten haben, sich der Polizei anzuvertrauen, was die Aufklärung von Gewaltvorfällen erschwert. Es wird auch darauf hingewiesen, dass langfristige Unterstützung durch Notunterkünfte und Tageszentren erforderlich ist, um die Gewalt zu verringern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Die Zahl der Obdachlosen in Berlin ist nach wie vor hoch, und die Lebensbedingungen auf der Straße haben sich in den letzten Jahren kaum verbessert. Weitere Maßnahmen und langfristige Projekte sind notwendig, um den Teufelskreis der Obdachlosigkeit zu durchbrechen und die Gewalt gegen diese Menschen zu verringern.

Quelle: RBB24