Persönlichkeitsstörung
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Beziehungen mit Menschen, die an Persönlichkeitsstörungen leiden, sind oft schwierig. Doch trotz der Herausforderungen gibt es Wege, wie solche Partnerschaften funktionieren können. Zwei Experten geben wertvolle Einblicke und praktische Ratschläge.

Inhaltsverzeichnis:

Wie sich Persönlichkeitsstörungen auf Beziehungen auswirken

Persönlichkeitsstörungen sind tief verwurzelte Verhaltensmuster, die sich in starren Reaktionen auf verschiedene Lebenssituationen äußern. Diese Verhaltensmuster entstehen oft bereits in der Kindheit. Laut Prof. Dr. Ines Iwen, einer Berliner Familiensoziologin und Paartherapeutin, spielen frühe Kindheitserfahrungen eine wichtige Rolle. Überlebensstrategien wie emotionale Mauern oder übermäßige Anpassung werden später Teil der Persönlichkeit. Diese Muster beeinflussen nicht nur die Selbstwahrnehmung, sondern auch den Umgang mit anderen, insbesondere dem Partner oder der Partnerin.

Kann eine Beziehung trotz Persönlichkeitsstörung gelingen?

Der Umgang mit einer Person, die eine Persönlichkeitsstörung hat, erfordert Geduld und Verständnis. Psychotherapeutin und Narzissmus-Expertin Kerstin Rositzka betont, dass die Frage, ob man seine Energie in eine solche Beziehung investieren möchte, entscheidend ist. Man muss in der Lage sein, die eigene psychische Gesundheit zu schützen. Es ist wichtig, die eigenen Grenzen nicht aus den Augen zu verlieren. Veränderungen müssen von der betroffenen Person selbst gewollt werden. Sie muss aktiv an der Veränderung arbeiten. Rositzka und Iwen sind sich einig, dass der Partner nicht die Verantwortung für die Störung übernehmen sollte. In vielen Fällen können Psychotherapeuten dabei helfen, destruktive Muster zu verändern.

Wichtigste Punkte für eine erfolgreiche Partnerschaft

Eine Beziehung kann auch dann funktionieren, wenn eine der Parteien an einer Persönlichkeitsstörung leidet, solange beide Partner mit der Dynamik der Beziehung zurechtkommen. Ines Iwen erklärt, dass eine Beziehung dann als störend gilt, wenn das Verhalten von einer oder beiden Parteien als problematisch wahrgenommen wird. Für eine glückliche Partnerschaft müssen beide Partner die Einschränkungen der Störung erkennen und gesunde Bewältigungsstrategien entwickeln. Zufriedenheit ist ein zentraler Faktor. Wenn beide Partner an sich arbeiten und sich gegenseitig verstehen, kann die Beziehung langfristig stabil bleiben.

Quelle: Berliner Morgenpost