Beziehungen
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Beziehungsprobleme zu ignorieren erscheint manchmal einfacher, als sich ihnen zu stellen. Doch das Verdrängen kann langfristig schwerwiegende Folgen haben. Eine Expertin erklärt, wann es hilft und wann es eine Partnerschaft gefährden kann.

Inhaltsverzeichnis:

Verdrängung als Schutzmechanismus – Wann ist es problematisch?

Oft werden Probleme in Beziehungen verdrängt, um Konflikte zu vermeiden. Diese Verdrängung ist eine automatische Reaktion der Psyche, um uns vor emotionalem Schmerz zu schützen. Laut Elena Rüden, einer Paartherapeutin aus Köln, hilft dieser Mechanismus, schmerzhafte Erfahrungen zu bewältigen. Doch das Verdrängen ist eine kurzfristige Lösung. Langfristig kann diese Strategie jedoch zu schwerwiegenden Beziehungsproblemen führen. Rüden nennt drei Anzeichen, die auf ständiges Verdrängen hinweisen:

  • Energielosigkeit
  • Gereiztheit
  • Ständiges Lügen

Wenn diese Symptome auftreten, sollte man sich der Probleme bewusst werden und sich ihnen stellen.

Die negativen Folgen von Verdrängung – Emotionale Verbindung geht verloren

Verdrängung kann zu einem Bruch der emotionalen Verbindung führen. Wenn Konflikte nicht angesprochen werden, verstärken sich die Frustrationen im Inneren, bis die Beziehung auseinanderfällt. Elena Rüden erklärt, dass diese unterdrückten Gefühle irgendwann an die Oberfläche kommen und die Partnerschaft gefährden können. Ein Beispiel aus ihrer Praxis zeigt, wie das Verdrängen von Bedürfnissen zu einer Affäre führen kann: Ein Mann suchte die Nähe zu seiner Frau, wurde jedoch wiederholt abgelehnt und sprach dies nicht an. Stattdessen zog er sich zurück und suchte außerhalb der Beziehung die Nähe. So verlor er die emotionale Verbindung zu seiner Frau. Dies führte letztlich zu einer Trennung.

Alltagsprobleme und kleinere Konflikte – Schutzmechanismus in Aktion

Verdrängung tritt nicht nur bei großen Beziehungsproblemen auf, sondern auch bei kleineren Alltagskonflikten. Kritik, Vorwürfe oder unangemessene Bemerkungen werden häufig nicht sofort angesprochen, sondern führen zu Rückzug und Frustration. Rüden beschreibt ein weiteres Beispiel aus ihrer Praxis: Eine Frau versuchte ständig, den Erwartungen ihres Mannes zu entsprechen, indem sie mehr Zeit mit dem Kind verbrachte und den Haushalt erledigte. Da sie jedoch nie direkt über ihre eigenen Bedürfnisse sprach, sammelten sich Frustrationen an, bis es zu einem großen Streit kam. Am Ende wurde die Beziehung infrage gestellt, weil die Kommunikation fehlte.

Quelle: Berliner Morgenpost