Ein Erdbeben der Stärke 8,8 hat die Region um die russische Halbinsel Kamtschatka getroffen und weltweit Tsunami-Warnungen ausgelöst. Besonders betroffen sind touristisch beliebte Gebiete. Behörden in mehreren Ländern reagierten mit Evakuierungen und Betriebseinstellungen an Flughäfen und Bahnhöfen. Die Auswirkungen sind weitreichend.
Inhaltsverzeichnis:
- Tsunami-Warnung nach Beben bei Kamtschatka
- Japan, Hawaii und US-Küste stark betroffen
- Warnungen für weitere Regionen weltweit
- Rechte für Reisende in betroffenen Regionen
- Verhalten bei Tsunami-Warnung
Tsunami-Warnung nach Beben bei Kamtschatka
Das Beben ereignete sich in einer Tiefe von über 19 Kilometern vor der Ostküste Russlands und gilt als das stärkste seit dem Tohoku-Beben 2011, das die Nuklearkatastrophe von Fukushima auslöste. Russische Behörden meldeten Tsunami-Wellen von bis zu sechs Metern Höhe im Gebiet Sewero-Kurilsk auf Paramuschir. Dort drang das Wasser bis zu 200 Meter ins Landesinnere ein.
Rund 2700 Personen wurden auf den Kurilen evakuiert. In Jelisowsk auf Kamtschatka wurden Wellen mit einer Höhe von bis zu vier Metern registriert. Der Flughafen Petropawlowsk-Kamtschatski meldete kleinere Schäden und stellte Teile des Flugbetriebs ein. In Sewero-Kurilsk kam es zu einer vollständigen Evakuierung – der dortige Flughafen ist derzeit nicht nutzbar.
Japan, Hawaii und US-Küste stark betroffen
In Japan wurde in 133 Gemeinden entlang der Pazifikküste – von Hokkaido bis Okinawa – eine Evakuierung empfohlen. Etwa 1,9 Millionen Menschen waren betroffen. Die Präfektur Iwate meldete Wellen von bis zu 1,3 Metern. Der Bahnverkehr auf den Linien Tokaido und Yokosuka wurde eingestellt. Auch mehrere Flughäfen wie Sendai waren zeitweise geschlossen.
Auf Hawaii wurden in Honolulu Sirenen ausgelöst, Küstengebiete evakuiert. Erste Tsunami-Wellen trafen die Insel Oahu. Flüge zu den Flughäfen Maui, Oahu, Kona und Kauai wurden gestrichen oder umgeleitet. Alaska Airlines bot kostenlose Umbuchungen an.
In Kalifornien, Oregon und Alaska warnten Behörden vor starken Strömungen. In San Francisco wurden Menschen aufgefordert, sich von Stränden und Piers fernzuhalten. Auch die Küsten von China (Zhejiang und Shanghai), Taiwan, den Philippinen und Costa Rica waren zwischenzeitlich betroffen.
Warnungen für weitere Regionen weltweit
Laut dem Krisenfrühwarndienst A3M Global Monitoring sind mehrere weitere Küstenregionen potenziell gefährdet. Dazu zählen:
- Australien
- Antarktis
- British Columbia (Kanada)
- Kolumbien
- El Salvador
- Guatemala
- Nicaragua
- Panama
- Pitcairninseln (Großbritannien)
In Neuseeland warnte der Katastrophenschutz vor ungewöhnlich starken Strömungen und plötzlichen Flutwellen. Menschen sollten sich von Gewässern fernhalten.
Rechte für Reisende in betroffenen Regionen
Wer sich aktuell in den betroffenen Gebieten befindet oder eine Reise plant, sollte die folgenden Rechte und Maßnahmen beachten:
Pauschalreisende
- Kostenfreie Stornierung möglich, wenn die Reise erheblich beeinträchtigt ist
- Anspruch auf Unterstützung bei Rückreise und Unterkunft
Individualreisende
- Selbst verantwortlich für Umbuchungen
- Kosten können nicht immer erstattet werden
- Kontaktaufnahme mit Fluggesellschaft oder Unterkunft empfohlen
Reiseversicherungen
- Abbruchversicherung kann zusätzliche Kosten decken
- Regelmäßige Statusprüfungen empfohlen
Verhalten bei Tsunami-Warnung
Wichtige Maßnahmen bei akuter Gefahr:
- Offizielle Warnungen beachten: Behörden, Auswärtiges Amt, Warn-Apps
- Anzeichen erkennen: spürbares Beben, Rückgang des Meeresspiegels, Sirenen
- Evakuierungspläne folgen: Notrouten kennen und zügig handeln
- Orte in höherer Lage aufsuchen: und dort verbleiben, bis Entwarnung erfolgt
- Kontakt zu Reiseveranstalter oder Airline halten
Auch kleinere Wellen können lebensgefährlich sein. Der Zugang zu Stränden und Häfen ist derzeit in mehreren Ländern untersagt.
| Land | Maßnahme | Betroffene Orte |
|---|---|---|
| Russland | Evakuierung, Flughafenschäden | Kamtschatka, Kurilen |
| Japan | Evakuierungen, Verkehrsunterbrechung | Iwate, Hokkaido, Tokio |
| USA (Hawaii) | Sirenen, Flugstreichungen | Oahu, Maui, Honolulu |
| Costa Rica | Warnung bis 3 m Wellen | Pazifikküste |
| Neuseeland | Flutwarnung, gefährliche Strömung | gesamte Küste |
| China | Tsunami-Warnung aufgehoben | Zhejiang, Shanghai |
Die Tsunami-Warnung für Kamtschatka und die Kurilen wurde mittlerweile aufgehoben. Dennoch bleibt die Lage dynamisch. Reisende sollten informiert und wachsam bleiben.
Quelle: Reise Reporter