Die Infektionslage in Berlin verändert sich spürbar. Seit Anfang Januar steigen bestimmte Virusnachweise deutlich an. Messungen aus dem Abwasser liefern dabei zentrale Hinweise. Gleichzeitig zeigen Meldedaten Unterschiede zwischen einzelnen Atemwegserkrankungen, ähnlich wie bei steigenden Infektionen in Berlin.
Inhaltsverzeichnis
- RKI und Beginn der RSV-Welle
- RSV bei Säuglingen und Kindern
- Stiko und passive Impfung
- Influenza und Corona in Berlin
RKI und Beginn der RSV-Welle
Laut dem Robert Koch-Institut begann die RSV-Welle in Deutschland in der Woche ab dem 5. Januar. In Berlin nahm die Zahl der RSV-Infektionen in den vergangenen Wochen deutlich zu. Das zeigen Daten des Landesamts für Gesundheit und Soziales. Besonders auffällig ist die stark gestiegene Viruslast im Abwasser. Diese Messungen gelten als verlässlicher Indikator, da nur noch selten getestet wird. Weitere Einordnungen zur allgemeinen Infektionslage finden sich mehr hier.
In der Woche vom 19. bis 25. Januar meldeten die Gesundheitsämter 133 RSV-Fälle an das Lageso. Das entspricht einem Anstieg von 45 Prozent gegenüber der Vorwoche. Fachstellen gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. Abwasseranalysen gewinnen dadurch weiter an Bedeutung.
RSV bei Säuglingen und Kindern
RSV steht für das Respiratorische Synzytial-Virus. Nach Auswertungen von Arztpraxen aus ganz Deutschland wurde das Virus zuletzt vor allem bei Säuglingen sowie Kindern bis 4 Jahre nachgewiesen. Diese Proben werden regelmäßig an das Robert Koch-Institut übermittelt. Auch in anderen Altersgruppen gab es Nachweise, jedoch seltener.
Der Berliner Kinderarzt Jakob Maske bestätigte den Anstieg der Fallzahlen. Gleichzeitig sagte er der Deutschen Presse-Agentur „Ja, die RSV-Fälle nehmen sehr stark zu“. Schwere Krankheitsverläufe seien jedoch kaum zu beobachten. Nur wenige Kinder müssten intensivmedizinisch behandelt werden. Ein vergleichender Überblick zu Atemwegserkrankungen ist unter Grippe oder Erkältung abrufbar.
Stiko und passive Impfung
Nach Angaben von Jakob Maske ist die aktuelle Situation ein Erfolg der Prävention. Die Ständige Impfkommission empfiehlt seit 2024 eine passive Impfung für Neugeborene und Säuglinge. Maske ist Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzt*innen. Die Maßnahme trägt dazu bei, schwere RSV-Erkrankungen deutlich zu reduzieren.
- Beginn der Welle ab 5. Januar
- 133 gemeldete Fälle in einer Woche
- Schwerpunkt bei Kindern bis 4 Jahre
- Abwasser als zentraler Frühindikator
Influenza und Corona in Berlin
Auch andere Atemwegserkrankungen werden weiter beobachtet. In der vergangenen Woche wurden dem Lageso knapp 1.040 Influenza-Fälle gemeldet. Das ist ein Plus von 5 Prozent im Vergleich zur Vorwoche. Seit Beginn der Saison Ende September 2025 summieren sich die Fälle auf rund 5.870. Im gleichen Zeitraum der Vorsaison waren es 5.040.
Die Zahl der Corona-Fälle in Berlin geht hingegen zurück. In der vergangenen Woche wurden 121 Infektionen registriert, zuvor waren es 183. Auch im Abwasser sank die Viruslast zuletzt deutlich. Damit zeigen die aktuellen Daten ein unterschiedliches Bild je nach Erreger.
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FAQ
Wann begann die RSV-Welle in Deutschland?
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts begann die RSV-Welle in der Woche ab dem 5. Januar.
Wie hat sich die Zahl der RSV-Fälle in Berlin entwickelt?
In Berlin stieg die Zahl der gemeldeten RSV-Fälle zuletzt deutlich an, mit 133 Fällen in einer Woche, was einem Plus von 45 Prozent gegenüber der Vorwoche entspricht.
Welche Altersgruppen sind besonders von RSV betroffen?
RSV wurde vor allem bei Säuglingen sowie bei Kindern bis zu einem Alter von 4 Jahren nachgewiesen, es gab jedoch auch Nachweise in anderen Altersgruppen.
Warum gelten Abwassermessungen als wichtiger Indikator?
Da nur noch selten getestet wird, liefern Messungen der Viruslast im Abwasser einen verlässlichen Hinweis auf die tatsächliche Verbreitung von RSV.
Welche Rolle spielt die passive Impfung bei RSV?
Die Ständige Impfkommission empfiehlt seit 2024 eine passive Impfung für Neugeborene und Säuglinge, wodurch schwere RSV-Erkrankungen deutlich reduziert wurden.
Wie ist die aktuelle Lage bei Influenza in Berlin?
In der vergangenen Woche wurden in Berlin rund 1.040 Influenza-Fälle gemeldet, was einem leichten Anstieg von 5 Prozent entspricht.
Wie entwickeln sich die Corona-Fallzahlen in Berlin?
Die Zahl der Corona-Fälle in Berlin ist zuletzt zurückgegangen, sowohl in den Meldedaten als auch bei der Viruslast im Abwasser.
Quelle: Berliner Morgenpost, Milekcorp