Ehec-Fälle bei Kindern
Ehec-Fälle bei Kindern, Pexels/Foto illustrativ

In Brandenburg sind zwei weitere Kinder an Ehec erkrankt. Die Fälle stehen im Zusammenhang mit dem größeren Ausbruch in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt gibt es nun vier bestätigte Erkrankungen im Bundesland. Die Ursache des Ausbruchs ist weiterhin unklar.

Inhaltsverzeichnis:

Kinder in Oberhavel betroffen

Im Landkreis Oberhavel wurden zwei Kinder mit dem Ehec-Erreger infiziert. Beide entwickelten zusätzlich das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), eine schwere Komplikation vor allem bei Kindern. Nach Angaben des Landkreises befinden sie sich noch im Krankenhaus. Ihr Zustand habe sich inzwischen deutlich gebessert.

Damit steigt die Zahl der bestätigten Ehec-Fälle in Brandenburg auf vier. Neben den beiden Erkrankungen in Oberhavel gab es zuvor einen Nachweis in der Uckermark. Ein weiterer Fall wird vom Brandenburger Gesundheitsministerium geprüft.

Ehec-Ausbruch in Mecklenburg-Vorpommern

Die neuen Erkrankungen hängen mit dem Ausbruch in Mecklenburg-Vorpommern zusammen. Nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales Mecklenburg-Vorpommern (Lagus) wurden dort seit Mitte August 16 Infektionen bestätigt, darunter 13 Kinder und drei Erwachsene.

Fünf Kinder leiden aktuell an HUS. Zusätzlich werden 28 weitere Verdachtsfälle untersucht. 44 Personen sollen möglicherweise Kontakt mit dem Erreger gehabt haben. Die Behörden haben den Erregerstamm eindeutig identifiziert. Es handelt sich um „Ehec O45:H2 Stx2a“.

Kinder aus Berlin und Brandenburg unter den Erkrankten

Seit Beginn des Ausbruchs haben sich mehrere Kinder aus Berlin und Brandenburg in Mecklenburg-Vorpommern angesteckt. Betroffen sind insgesamt sieben Kinder. In Berlin erkrankten sechs Kinder, darunter fünf im Alter bis drei Jahre. Drei von ihnen entwickelten HUS.

Auch ein Kind aus Brandenburg, das sich zuvor in Mecklenburg-Vorpommern aufgehalten hatte, war von HUS betroffen. Über den aktuellen Gesundheitszustand dieser Kinder liegen bisher keine neuen Informationen vor.

Ehec und mögliche Infektionsquellen

Ehec steht für enterohämorrhagische Escherichia coli. Die Bakterien kommen vor allem bei Wiederkäuern wie Rindern, Ziegen, Schafen und Rehen vor. Sie selbst erkranken meist nicht. Schon kleinste Spuren im Kot reichen aus, um Menschen zu infizieren.

Mögliche Übertragungswege:

  • Kontakt mit Tieren und deren Fell
  • rohe Lebensmittel wie Gemüse oder nicht ausreichend erhitztes Fleisch
  • verschmutztes Wasser

Kinder sind besonders gefährdet. Ihr Immunsystem ist noch nicht vollständig entwickelt. Eltern sollen bei Symptomen wie blutigen Durchfällen oder starken Bauchschmerzen sofort medizinische Hilfe suchen.

Unklare Ursache des Ausbruchs

Die genaue Quelle des Ausbruchs in Mecklenburg-Vorpommern bleibt unbekannt. Im Labor des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei werden derzeit Lebensmittelproben untersucht. Ergebnisse stehen noch aus.

Die Behörden haben die Zahlen zuletzt angepasst, da der Erregerstamm nun eindeutig zugeordnet werden konnte. Alle bestätigten Infektionen seit Mitte August werden dem aktuellen Ausbruch zugerechnet.

 Quelle: Tagesschau, YouTube, News,de