Teile der Schlosspark-Klinik stellen den Betrieb ein
Teile der Schlosspark-Klinik stellen den Betrieb ein, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Der Krankenhausstandort am Heubnerweg in Charlottenburg steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Nach Jahrzehnten des Betriebs endet ein Großteil der medizinischen Versorgung. Entscheidungen zur Zukunft einzelner Fachbereiche und zur Versorgung der Patienten sind getroffen. Die Entwicklungen verstärken die Sorge um den medizinischen Zugang in der Hauptstadt.

Inhaltsverzeichnis

Schlosspark-Klinik Charlottenburg

Nach 56 Jahren stellt die insolvente Schlosspark-Klinik am Freitag, dem 30.01., den überwiegenden Teil ihres Betriebs ein. Das berichtete die Zeitung „B.Z.“ unter Berufung auf eine Kliniksprecherin. „Es gibt keine Sprechstunden mehr, es werden keine OPs und keine Therapien mehr durchgeführt“, erklärte sie. Die Notaufnahme nimmt bereits seit dem 15. Januar keine Patienten mit körperlichen Leiden mehr auf. Psychiatrische Patienten werden weiterhin behandelt und versorgt.

Im Juni des vergangenen Jahres stellte die Klinik beim Amtsgericht Berlin einen Antrag auf ein Eigenverwaltungsverfahren. Dieses Verfahren ermöglicht eine Sanierung unter gerichtlicher Aufsicht. Als Gründe für die Insolvenz nannte die Kliniksprecherin gestiegene Material- und Personalkosten. Die wirtschaftliche Lage verschärfte sich trotz laufender Maßnahmen und reiht sich ein in die großen Herausforderungen für Berlins Gesundheitswesen.

Neurologie und Psychiatrie Wilmersdorf

Trotz des Verfahrens ziehen die Verantwortlichen nun Konsequenzen. Von der Schließung betroffen sind mehrere Fachrichtungen. Dazu zählen Allgemein- und Viszeralchirurgie, Anästhesiologie, Intensivmedizin, Augenheilkunde, Gefäßchirurgie, Radiologie, Gastroenterologie, Kardiologie, Neurochirurgie und Orthopädie. Diese Abteilungen werden dauerhaft eingestellt.

Die Bereiche Neurologie und Psychiatrie bleiben erhalten. Unter dem Vorbehalt letzter juristischer Prüfungen sollen sie im ersten Quartal 2026 an das Alexianer St. Gertrauden-Krankenhaus an der Paretzer Straße in Wilmersdorf übergehen. Die Psychiatrie verbleibt jedoch zunächst bis Ende 2027 am bisherigen Standort. Grund dafür sind notwendige Umbauten im Zielkrankenhaus. Erst nach dem Umzug wird das Gelände der Schlosspark-Klinik stillgelegt. Weitere Hintergründe finden sich hier.

Mitarbeiter und Personalkonzept

Unklar bleibt die Situation für die Beschäftigten. Insgesamt arbeiten rund 800 Personen für die Klinik. Laut „B.Z.“ ist offen, wie viele Kündigungen ausgesprochen werden. „Zwischen altem und neuem Träger wird derzeit ein gemeinsames Personalkonzept erarbeitet“, erklärte Gunnar Pietzner, Geschäftsführer der Schlosspark-Klinik. Für Pflegekräfte und spezielle Funktionsdienste wird eine Übernahme angestrebt.

Park-Klinik Weißensee Zahlen

Auch die Schwester-Einrichtung in Weißensee ist wirtschaftlich belastet. Dort wurde im Herbst ein vorläufiges Eigenverwaltungsverfahren beantragt. Beide Kliniken werden gemeinsam betrieben, sind jedoch rechtlich eigenständige GmbHs. Nach Angaben des Betreibers vom Oktober versorgt die Park-Klinik Weißensee rund 14.000 Patientinnen und Patienten, die Schlosspark-Klinik etwa 10.000. Die Entwicklungen betreffen damit insgesamt mehr als 24.000 behandelte Menschen pro Jahr.

Überprüfen Sie die Lage des Krankenhausstandorts am Heubnerweg in Charlottenburg auf Google Maps:

Karte: Google Maps / Standort Der Krankenhausstandort am Heubnerweg 

FAQ

Wann wurde der Großteil der Schlosspark-Klinik geschlossen?

Der überwiegende Teil des Betriebs der Schlosspark-Klinik wurde am Freitag, dem 30.01., nach 56 Jahren eingestellt.

Welche medizinischen Leistungen werden nicht mehr angeboten?

Es finden keine Sprechstunden mehr statt, es werden keine Operationen durchgeführt und keine Therapien mehr angeboten.

Welche Abteilungen sind von der Schließung betroffen?

Betroffen sind unter anderem Allgemein- und Viszeralchirurgie, Anästhesiologie, Intensivmedizin, Augenheilkunde, Gefäßchirurgie, Radiologie, Gastroenterologie, Kardiologie, Neurochirurgie und Orthopädie.

Welche Bereiche bleiben erhalten?

Die Bereiche Neurologie und Psychiatrie bleiben bestehen und sollen unter Vorbehalt im ersten Quartal 2026 an das Alexianer St. Gertrauden-Krankenhaus übergehen.

Was ist über die Situation der Mitarbeiter bekannt?

Insgesamt sind rund 800 Beschäftigte betroffen. Wie viele Kündigungen erfolgen, ist unklar, da derzeit ein gemeinsames Personalkonzept zwischen altem und neuem Träger erarbeitet wird.

Quelle: Berliner Morgenpost, Globewings