Sinkende Impfquoten führen 2025 zu neuen Masernausbrüchen in den USA und Europa
Sinkende Impfquoten führen 2025 zu neuen Masernausbrüchen in den USA und Europa, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Masern galten in vielen Industrienationen über Jahre als nahezu besiegt. Impfprogramme sorgten für stabile Quoten. Doch aktuelle Zahlen zeigen eine klare Umkehr. Mehrere Staaten verloren ihren Status als masernfrei. Die Entwicklung betrifft Nordamerika ebenso wie Europa. Internationale Daten belegen eine deutliche Verschiebung der epidemiologischen Lage seit 2024.

Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • 34.000 gemeldete Fälle in 53 Staaten der europäischen Region 2025
  • Rückgang um 75 Prozent gegenüber 2024
  • 7000 Fälle in Mexiko mit 28 Todesfällen
  • 5500 Fälle in Kanada mit 2 Todesopfern
  • Impfquote in den USA bei 92,5 Prozent statt erforderlicher 95 Prozent

Weitere Informationen stellt die Weltgesundheitsorganisation WHO bereit.

WHO meldet 34.000 Fälle in Europa

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden 2025 in 53 Staaten der europäischen Region insgesamt 34.000 Masernerkrankungen registriert. Das entspricht einem Rückgang von 75 Prozent im Vergleich zum Rekordjahr 2024. Die Entwicklung verläuft jedoch nicht einheitlich. Während viele Länder sinkende Zahlen melden, steigen sie andernorts deutlich an.

Mehrere Industriestaaten verloren zuletzt ihren Eliminationsstatus. Dazu zählen Spanien, Großbritannien und Österreich. Auch Kanada gehört inzwischen dazu. Lokale Ausbrüche führten dort zur Neubewertung durch die WHO. Parallele Entwicklungen bei anderen Infektionskrankheiten zeigen sich ebenfalls, steigende Infektionen in Berlin verdeutlichen diese Dynamik.

USA verlieren Status laut WHO

Besonders kritisch ist die Lage in Nordamerika. In Mexiko wurden rund 7000 Erkrankungen gemeldet. 28 Menschen starben. Kanada verzeichnete etwa 5500 Fälle und 2 Todesopfer. In den Vereinigten Staaten sank die Impfquote auf 92,5 Prozent und unterschreitet damit die notwendige Schwelle von 95 Prozent.

Für 2025 meldeten die US-Gesundheitsbehörden steigende Zahlen. In Texas wurden 803 Infektionen registriert. In South Carolina traten seit Oktober 876 Fälle auf. 838 davon betrafen ungeimpfte Personen, wie nature.com berichtet. Die WHO stuft die USA derzeit als nicht in der Lage ein, Ausbrüche zuverlässig einzudämmen, wodurch das Land seinen Status als masernfrei verlor.

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält die Debatte durch Robert F. Kennedy Jr., der als impfkritisch gilt. Zuletzt sprach er sich zwar für eine Masernimpfung aus, betonte jedoch zugleich die Bedeutung gesunder Ernährung als Schutzfaktor. Aspekte zur gesunden Ernährung werden dabei häufig thematisiert.

Die bevorstehende Fußball-WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada erhöht die internationale Beobachtung.

RKI registriert 232 Fälle in Deutschland

Auch Deutschland erfüllt die WHO-Vorgabe nicht. Laut Robert Koch-Institut sank die Zahl der gemeldeten Fälle von 645 im Jahr 2024 auf 232 im Jahr 2025. Trotz des Rückgangs gilt Deutschland weiterhin nicht als masernfrei, da die Impfquote von 95 Prozent nicht erreicht wird.

Empfohlen sind 2 Kombinationsimpfungen gegen Masern, Mumps und Röteln im Alter von 11 und 15 Monaten. Diese erfolgen häufig verspätet. Dennoch brechen Infektionsketten nach RKI-Angaben meist schnell ab. Grund ist die insgesamt hohe Durchimpfungsrate. Einen Überblick über weitere Entwicklungen im Bereich Gesundheit bietet die entsprechende Rubrik.

Zwei Impfungen bieten laut WHO einen Schutz von rund 97 Prozent gegen Masern
Zwei Impfungen bieten laut WHO einen Schutz von rund 97 Prozent gegen Masern, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Masernvirus erreicht 90 Prozent Ansteckungsrate

Das Masernvirus zählt zu den ansteckendsten bekannten Erregern. Eine Infektion verursacht typischerweise Fieber, Husten und einen Hautausschlag. Schwere Verläufe sind möglich. Todesfälle treten auf.

Bis zu 90 Prozent der nicht immunen Kontaktpersonen infizieren sich nach Kontakt mit einer erkrankten Person. Der verfügbare Impfstoff gilt als sehr wirksam. Nach 2 Dosen beträgt der Schutz etwa 97 Prozent. Impfdurchbrüche sind selten. Sie verlaufen meist deutlich milder.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen deutliche regionale Unterschiede. Einige Länder melden sinkende Zahlen. Andere kämpfen mit neuen Ausbrüchen. Entscheidend bleibt die Impfquote von mindestens 95 Prozent.

FAQ

Warum verlieren Industrieländer ihren Status als masernfrei?

Mehrere Länder erreichen die von der Weltgesundheitsorganisation geforderte Impfquote von 95 Prozent nicht mehr. Sinkende Impfquoten und lokale Ausbrüche führen dazu, dass der Eliminationsstatus aberkannt wird.

Wie viele Masernfälle wurden 2025 in der europäischen Region gemeldet?

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wurden 2025 in 53 Staaten der europäischen Region insgesamt 34.000 Fälle registriert. Das entspricht einem Rückgang von 75 Prozent im Vergleich zu 2024.

Wie ist die aktuelle Lage in den USA?

In den Vereinigten Staaten sank die Impfquote auf 92,5 Prozent. 2025 wurden unter anderem 803 Infektionen in Texas und 876 Fälle in South Carolina gemeldet. Die WHO sieht das Land derzeit nicht in der Lage, Ausbrüche zuverlässig einzudämmen.

Wie hoch ist das Ansteckungsrisiko bei Masern?

Bis zu 90 Prozent der nicht immunen Personen infizieren sich nach Kontakt mit einer erkrankten Person. Das Masernvirus gehört damit zu den ansteckendsten bekannten Krankheitserregern.

Wie wirksam ist die Masernimpfung?

Nach zwei verabreichten Dosen beträgt der Impfschutz etwa 97 Prozent. Impfdurchbrüche treten selten auf und verlaufen in der Regel deutlich milder.

Quelle: Berliner Morgenpost, Patizonet