Früherkennung kann Leben retten
Früherkennung kann Leben retten, Foto: Pixabay / Lizenz: Pixabay

Nur etwa die Hälfte der eingeladenen Frauen in Berlin und Brandenburg nutzt das Angebot des Mammographie-Screenings. Damit liegt die Teilnahmequote deutlich unter der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen Marke von 70 Prozent, erklärt Katja Siegmann-Luz, Leiterin des Referenzzentrums Mammographie Berlin. Das deutsche Programm gilt europaweit als eines der besten, ist zertifiziert und wird regelmäßig überprüft. Frauen zwischen 50 und 75 Jahren können alle zwei Jahre eine Röntgenuntersuchung zur Früherkennung in Anspruch nehmen.

Inhaltsverzeichnis:

Steigende zahlen in Berlin und Brandenburg

Daten des Referenzzentrums Berlin zeigen in den vergangenen drei Jahren eine leichte Zunahme. In Berlin stieg die Teilnahme von rund 46 Prozent im Jahr 2022 auf etwa 50 Prozent im Jahr 2024. In Brandenburg erhöhte sich die Quote von 52 auf 55 Prozent. Trotz dieses Anstiegs liegt das Niveau weiterhin deutlich unter früheren Werten. So erreichte Brandenburg im Jahr 2013 noch rund 61 Prozent. Diese Zahlen stammen von der Kooperationsgemeinschaft Mammographie, die bundesweit Daten sammelt.

Katja Siegmann-Luz über mögliche gruende

Die Ärztin Katja Siegmann-Luz nennt verschiedene Ursachen für die schwache Beteiligung. Einige Frauen bevorzugen andere Untersuchungsmethoden wie Ultraschall oder die Tastuntersuchung. Andere nehmen an kurativen Mammographien teil, etwa zur Nachsorge nach einer Brustkrebsdiagnose. Diese Frauen werden in der Statistik jedoch als Nichtteilnehmerinnen gezählt, obwohl sie regelmäßig untersucht werden. In Städten gebe es mehr Alternativen, während in ländlichen Regionen der Zugang eingeschränkter sei.

Auch Ängste spielen eine Rolle. Manche Frauen fürchten Schmerzen oder Strahlenbelastung. Andere glauben, ihre Brust sei zu klein oder zu dicht für eine aussagekräftige Aufnahme. Hinzu kommen organisatorische Hürden. Fehlende Informationen über Terminverschiebungen oder Missverständnisse mit der Einladung führen ebenfalls zu Absagen. Einige Betroffene werfen die Einladungsbriefe weg, weil sie diese für Werbung halten.

Einfluss des screenings auf die brustkrebs-sterblichkeit

Nach Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz trägt das Mammographie-Screening wesentlich zur Senkung der Brustkrebs-Sterblichkeit in Deutschland bei. Das seit rund 20 Jahren bestehende, von allen Krankenkassen finanzierte Programm verbessert die Heilungschancen deutlich. Unter den Teilnehmerinnen war die Sterblichkeit innerhalb von zehn Jahren um 20 bis 30 Prozent niedriger als bei Frauen, die nicht teilgenommen hatten.

Brustkrebs ist laut Robert Koch-Institut mit rund 75.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Etwa jede achte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens, rund 18.500 sterben jährlich daran. Ohne das Screening wären es nach Schätzungen mehrere Tausend mehr.

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Quelle: RBB24, MILEKCORP

FAQ

Wer kann am Mammographie-Screening teilnehmen?

Teilnehmen können Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren, die alle zwei Jahre zur Früherkennung eingeladen werden.

Wie hoch ist die aktuelle Teilnahmequote in Berlin und Brandenburg?

In Berlin liegt die Quote bei rund 50 Prozent, in Brandenburg bei etwa 55 Prozent. Beide Werte bleiben deutlich unter der WHO-Empfehlung von 70 Prozent.

Warum nehmen viele Frauen nicht am Screening teil?

Einige Frauen bevorzugen alternative Untersuchungen wie Ultraschall oder Tastuntersuchung, andere fürchten Schmerzen oder Strahlenbelastung. Es gibt auch organisatorische Gründe, etwa unpassende Termine oder Missverständnisse bei der Einladung.

Wie wirksam ist das Programm zur Brustkrebsfrüherkennung?

Laut Bundesamt für Strahlenschutz senkt das Screening die Brustkrebs-Sterblichkeit um 20 bis 30 Prozent innerhalb von zehn Jahren nach der Teilnahme.

Wie häufig tritt Brustkrebs in Deutschland auf?

Jährlich erkranken rund 75.000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs. Etwa 18.500 Frauen sterben jedes Jahr daran.

Wer organisiert das Mammographie-Screening?

Das Programm wird bundesweit von der Kooperationsgemeinschaft Mammographie koordiniert und von allen gesetzlichen Krankenkassen angeboten.

Wie kann ein Termin verschoben werden?

Frauen können ihren Screening-Termin telefonisch oder online verschieben, wenn sie die Informationen aus der Einladung nutzen.