Eine neue Einschätzung zeigt das Ausmaß von Stress in Europa. Laut Psychologe Alexander Karabatsiakis fühlen sich rund 33 Prozent der Menschen psychisch schwer belastet. Betroffen sind Schüler, Berufstätige und Senioren. Bei einer Pressekonferenz der Europäischen Depressionsvereinigung am 2. Oktober stellte der Experte Empfehlungen vor. Der Termin stand im Zusammenhang mit dem Europäischen Depressionstag am 5. Oktober.
Inhaltsverzeichnis:
- Alexander Karabatsiakis über passives Verhalten
- Listen, Pläne und Prioritäten
- Grenzen anerkennen und Einstellung ändern
- Bewegung, Entspannung und Technik
- Aufklärung für Kinder und Jugendliche
Alexander Karabatsiakis über passives Verhalten
Viele Betroffene neigen dazu, Konflikte zu meiden und Stresssituationen auszuweichen. Karabatsiakis machte deutlich, dass dies langfristig nicht entlastet. Wer Druckfaktoren nicht anspricht, verstärkt häufig das Gefühl von Ohnmacht. Ein aktiver Umgang mit Anforderungen sei entscheidend, um Erkrankungen vorzubeugen.
Listen, Pläne und Prioritäten
Das Erkennen der eigenen Stressauslöser erleichtert die Planung und stärkt die Selbstwirksamkeit. Menschen können Aufgaben nach Wichtigkeit ordnen und To-do-Listen anlegen. Dadurch steigt die Kontrolle über den Alltag. Ein strukturierter Ablauf fördert die Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastungen.
Übersicht empfohlener Maßnahmen
- Stressoren identifizieren
- Pläne und Listen erstellen
- Regelmäßige Pausen einbauen
- Sport und Bewegung nutzen
- Digitale Hilfsmittel einbeziehen
Grenzen anerkennen und Einstellung ändern
Wer persönliche Belastungsgrenzen akzeptiert, vermeidet Überforderung. Eine gewisse Distanz zu Auslösern kann zusätzlich entlasten. Hilfreich ist auch, positive Ereignisse stärker in den Fokus zu rücken. Auf diese Weise lässt sich der Alltag besser ausbalancieren.
Bewegung, Entspannung und Technik
Der Innsbrucker Professor rät zu Sport, Bewegung im Alltag und zu gezielten Entspannungstechniken. Achtsamkeitstraining oder Pausen sind laut ihm wichtige Bestandteile. Ergänzend können Smartphones oder Apps eingesetzt werden. Sie messen etwa Schlafqualität oder Aktivitätsniveau und unterstützen damit das persönliche Stressmanagement.
Aufklärung für Kinder und Jugendliche
Karabatsiakis betont, dass bereits junge Menschen den Umgang mit Stress lernen sollten. Schulen und Familien können hier einen wichtigen Beitrag leisten. Frühzeitige Strategien verhindern, dass Überlastung chronisch wird. Damit lässt sich die Zahl gefährdeter Personen langfristig senken.
- 1 von 3 Menschen ist seelisch stark belastet
- Stress betrifft alle Altersgruppen
- Aktive Bewältigung steigert die Widerstandsfähigkeit
- Technik und Bewegung sind wichtige Bausteine
- Prävention sollte bereits in jungen Jahren beginnen
Quelle: Stuttgarter Zeitung