Grippe- und Covid-Impfungen in Deutschland auf historischem Tiefstand,
Grippe- und Covid-Impfungen in Deutschland auf historischem Tiefstand, Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Die aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts zeigen einen deutlichen Rückgang wesentlicher Schutzimpfungen. Die Entwicklung betrifft vor allem ältere Menschen. Die Influenza-Impfquote in der Altersgruppe ab 60 Jahren erreichte in der Saison 2024/2025 den niedrigsten Wert seit 17 Jahren. Mehrere Zahlen verdeutlichen das Ausmaß. Eine kurze Übersicht hilft beim Einordnen.

  • Rückgang der Grippeimpfungen um 4 Prozentpunkte
  • Deutlich sinkende Covid-19-Impfquote
  • Zunehmende Bedeutung wohnortnaher Impfangebote

Inhaltsverzeichnis:

Grippe-Impfquote in Deutschland

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sank die Standardimpfung gegen Influenza bei Menschen ab 60 Jahren auf 34 Prozent. Dieser Wert liegt 4 Prozentpunkte unter dem Ergebnis der Vorsaison. Damit erreichte die Quote den niedrigsten Stand seit Beginn der Auswertungen im Jahr 2008. Während der Corona-Pandemie 2020/2021 war ein kurzfristiger Anstieg zu verzeichnen. Danach setzte ein deutlicher Rückgang ein. Eine Einschätzung zur parallelen Entwicklung anderer Atemwegserkrankungen bietet der Überblick mehr hier.

Empfohlene Grippeschutzimpfung für Menschen ab 60, chronisch Erkrankte und Schwangere
Empfohlene Grippeschutzimpfung für Menschen ab 60, chronisch Erkrankte und Schwangere, Foto: Pexels / Lizenz: Pexels

Früh einsetzende Grippewelle

Die Grippewelle begann laut den Experten des Instituts in der Woche ab dem 24. November und setzte damit zwei bis drei Wochen früher ein als in den beiden Vorjahren. Die Empfehlung zur Nachholung der Impfung bleibt für Menschen ab 60 Jahren, chronisch Erkrankte und Schwangere unverändert bestehen. Um Entwicklungen im Bereich anderer Infektionskrankheiten zu vergleichen, kann der Bericht zu EHEC-Infektionen hilfreich sein.

Covid-19-Impfungen bei älteren Menschen

Die Covid-19-Impfquote der Altersgruppe ab 60 Jahren sank im Vergleich zur Vorsaison um ein Drittel. Laut RKI ließen sich 21 Prozent dieser Gruppe in der Saison 2023/2024 impfen, in der darauffolgenden Saison nur 14 Prozent. Es wird von einer leichten Untererfassung ausgegangen, da Impfungen in Betrieben und Apotheken teilweise außerhalb der regulären Abrechnung dokumentiert werden.

Apotheken als zusätzliche Impfstellen

Seit 2022 sind Apotheken bundesweit berechtigt, sowohl Grippe- als auch Corona-Impfungen durchzuführen. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände berichtete über eine deutliche Zunahme dort verabreichter Grippeimpfungen. Die Entwicklung passt zu politischen Diskussionen über stärkere Kompetenzen von Apotheken, wie sie im Beitrag über entsprechende Reformvorschläge dargestellt werden. Eine Übersicht dazu findet sich hier.

Hohe Impfquoten bei Kindern

Die Impfquoten bei Kindern bleiben laut RKI auf hohem Niveau. Dennoch zeigen die Daten, dass Impfserien teilweise zu spät oder gar nicht abgeschlossen werden. Beim Schutz vor Masern besteht weiterhin eine Lücke. Mehr als ein Fünftel der Kinder erhielt im Jahr 2024 bis zum zweiten Geburtstag keine zweite Masernimpfung. Dies verdeutlicht die Bedeutung vollständiger Impfserien im frühen Kindesalter, die auch in anderen gesundheitlichen Bereichen eine zentrale Rolle spielen, wie etwa bei chronischen Erkrankungen oder Problemen im Immunsystem.

Überprüfen Sie die Standorte der Apotheken in Berlin auf Google Maps: 

Karte: Google Maps

Quelle: Tagesspiegel, Milekcorp

FAQ

Warum ist die Grippe-Impfquote bei Menschen ab 60 Jahren so stark gesunken?

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sank die Quote in der Saison 2024/2025 auf 34 Prozent und liegt damit 4 Prozentpunkte unter dem Vorjahr. Dies ist der niedrigste Wert seit Beginn der Berichterstattung 2008.

Wann begann die Grippewelle in Deutschland?

Die Grippewelle begann laut RKI in der Woche ab dem 24. November und damit zwei bis drei Wochen früher als in den beiden Vorjahren.

Wie hat sich die Covid-19-Impfquote bei älteren Menschen verändert?

Die Impfquote sank deutlich. In der Saison 2023/2024 ließen sich 21 Prozent der Menschen ab 60 impfen, in der folgenden Saison waren es nur noch 14 Prozent.

Welche Rolle spielen Apotheken bei Grippe- und Coronaimpfungen?

Apotheken dürfen seit 2022 bundesweit gegen Grippe und Corona impfen. Die Zahl der dort verabreichten Grippeimpfungen hat laut Apothekerverbänden deutlich zugenommen.

Wie hoch sind die Impfquoten bei Kindern?

Die Impfquoten sind weiterhin hoch, allerdings werden Impfserien teilweise zu spät oder nicht vollständig abgeschlossen. Besonders die zweite Masernimpfung fehlt mehr als einem Fünftel der Kinder bis zum zweiten Geburtstag.