Ehec-Ausbruch sorgt für erhöhte Aufmerksamkeit in Norddeutschland
Ehec-Ausbruch sorgt für erhöhte Aufmerksamkeit in Norddeutschland, Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

Ein unerwarteter Anstieg von Ehec-Erkrankungen hat im Spätsommer und Herbst die Gesundheitsbehörden in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern beschäftigt. Die nun vorliegenden Auswertungen zeigen klare Zusammenhänge zwischen mehreren Regionen. Rund 20 Fälle in Berlin und Brandenburg lassen sich direkt dem großen Ausbruch in Mecklenburg-Vorpommern zuordnen. Nach Angaben der Länder wurden vor allem Kinder getroffen. Einige Laboranalysen laufen noch.

  • Betroffen waren mindestens 3 Bundesländer
  • Mehr als 199 Fälle wurden laut Bewertung sicher dem Ausbruch zugeordnet
  • Über 400 Erkrankungen sind nach aktuellem Stand möglich

Inhaltsverzeichnis:

Ausbruch in Mecklenburg-Vorpommern

Die Gesundheitsämter melden einen deutlichen Schwerpunkt im Norden. Acht Personen aus Berlin infizierten sich laut Landesamt für Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt wurden dort seit Ende August 14 Fälle erfasst. In Brandenburg kam es zu elf weiteren Ansteckungen, die ebenfalls dem gleichen Ausbruch zugeordnet werden. Im Kontext der regionalen Gesundheitslage verweisen Fachstellen auf zusätzliche Herausforderungen, die auch andere Infektionsereignisse betreffen, etwa die Vogelgrippe in Brandenburg.

Symptome und Risiken

Ehec-Bakterien können starke Beschwerden verursachen. Dazu zählen Durchfälle, Übelkeit und Bauchschmerzen. Die ersten Krankheitszeichen treten häufig nach zwei bis zehn Tagen ein. Kinder sind besonders gefährdet, weil ihre Organe noch nicht vollständig ausgereift sind. Die Erkrankung kann in seltenen Fällen zu HUS führen, einem schweren Syndrom, das die Nieren angreift. Mindestens ein Brandenburger Kind musste stationär behandelt werden.

Übersicht häufiger Symptome

  1. Durchfall
  2. Krämpfe im Bauch
  3. Übelkeit
  4. In schweren Fällen Nierenversagen

Bewertung des Robert-Koch-Instituts

Das Robert-Koch-Institut veröffentlichte ein Update im Epidemiologischen Bulletin. Deutschlandweit wurden 199 Infektionen sicher dem Ausbruch zugeordnet [Stand 17. November]. Zusätzlich nennt das RKI neun wahrscheinliche und 220 mögliche Fälle. Damit könnte die Gesamtzahl über 400 liegen. Es handelt sich laut Institut um den größten Ausbruch seit 2011. Der Median der erkrankten Kinder lag bei vier Jahren.

Weitere Einordnungen zu gesundheitlichen Entwicklungen in der Region bietet der Beitrag Grippe Corona oder Erkältung, der unterschiedliche Infektionsmuster beschreibt. Der Zusammenhang ist in diesem Herbst für viele Fachstellen relevant, da mehrere Erreger gleichzeitig auftreten.

Lage in Berlin und Brandenburg

In beiden Bundesländern traten zahlreiche zusätzliche Ehec-Infektionen auf, die nicht unmittelbar mit dem Ausbruch im Norden in Verbindung standen. Berlin meldete 254 Erkrankungen seit Jahresbeginn, im Vorjahr waren es 127. Brandenburg registrierte 185 Fälle, im Vorjahr 111. Nach Angaben der Behörden haben sich die Fallzahlen seit Ende der Herbstferien stabilisiert. Ungewöhnliche Häufungen seien aktuell nicht zu beobachten. Ergänzende regionale Informationen finden sich im Bericht neue Ehec Fälle in Brandenburg, der frühere Entwicklungen dokumentiert.

Jahreszeitliche Erwartungen

Die Gesundheitsministerien rechnen mit einem üblichen Verlauf der Infektionen bis zum Jahresende. Dennoch bleiben Prognosen unsicher, da Laborergebnisse teilweise weiter ausstehen. Ehec tritt in Deutschland regelmäßig auf, meist durch kontaminierte Lebensmittel wie rohes Fleisch oder ungewaschenes Gemüse.

Risikofaktoren

  • Rohes oder unzureichend erhitztes Fleisch
  • Ungewaschene pflanzliche Lebensmittel
  • Kontakt zu infizierten Personen oder Tieren

Entwicklung der Situation

Der große Ausbruch begann Mitte August in Mecklenburg-Vorpommern. Kurz darauf stiegen die Zahlen in Nordrhein-Westfalen. Ob dieselbe Quelle verantwortlich ist, bleibt ungeklärt. Eine lebensmittelbedingte Ursache gilt als wahrscheinlich. Zwei Menschen starben bundesweit an den Folgen der Infektionen. Die konkrete Ansteckungsquelle konnte aber nicht identifiziert werden. Behörden und Laborstellen prüfen weiterhin offene Proben. Mit den nun vorliegenden Zahlen zeigt sich ein klares Bild der regionalen Verbreitung. Die Situation hat sich beruhigt, doch die Untersuchungen bleiben wichtig, um weitere Fälle früh zu erkennen und Übertragungswege zu unterbrechen.

Quelle: RBB24, 24 EDU MOBI

FAQ

Was ist Ehec?

Ehec steht für Enterohämorrhagische Escherichia coli. Es handelt sich um Bakterien, die Zellgifte bilden und schwere Durchfallerkrankungen verursachen können.

Wie viele Ehec-Fälle gab es in Berlin und Brandenburg?

Insgesamt wurden rund 20 Infektionen in Berlin und Brandenburg gemeldet, die mit dem großen Ausbruch in Mecklenburg-Vorpommern in Verbindung stehen.

Welche Regionen waren vom Ausbruch betroffen?

Der Ausbruch konzentrierte sich auf Mecklenburg-Vorpommern. Weitere Fälle traten in Berlin, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen auf.

Welche Symptome verursacht eine Ehec-Infektion?

Typische Symptome sind Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen und in schweren Fällen Nierenversagen. Die ersten Beschwerden treten zwei bis zehn Tage nach der Ansteckung auf.

Wer ist besonders gefährdet?

Kinder gelten als besonders gefährdet, da ihr Immunsystem und ihre Organe noch nicht vollständig entwickelt sind.

Wie viele Todesfälle gab es?

Bundesweit wurden zwei Todesfälle bestätigt – betroffen waren ein Kind im Alter zwischen fünf und zehn Jahren sowie eine ältere Frau zwischen 70 und 80 Jahren.

Was sagt das Robert-Koch-Institut zum Ausbruch?

Das Robert-Koch-Institut bestätigte 199 Fälle, die sicher dem Ausbruch zugeordnet werden konnten, sowie über 200 weitere Verdachtsfälle. Es handelt sich um den größten Ausbruch seit 2011.

Wie verbreitet sich Ehec?

Ehec wird meist durch kontaminierte Lebensmittel wie rohes Fleisch oder ungewaschene pflanzliche Produkte übertragen. Auch direkter Kontakt zu infizierten Personen oder Tieren ist möglich.