In Mecklenburg-Vorpommern treten seit Mitte August zahlreiche Ehec-Infektionen auf. Bis Anfang September wurden 45 Erkrankungen bestätigt, 12 davon mit dem gefährlichen HU-Syndrom. Besonders betroffen sind Kinder aus Berlin und Brandenburg, die teilweise im Krankenhaus behandelt werden.
Inhaltsverzeichnis:
- Kinder aus Berlin und Brandenburg erkrankt
- Unklare Ursache in Mecklenburg-Vorpommern
- Ehec besonders für Kinder gefährlich
- Viele Ehec-Fälle in Berlin und Brandenburg
- Rückblick auf den Ausbruch 2011
Kinder aus Berlin und Brandenburg erkrankt
Sechs Kinder aus Berlin und ein Kind aus Brandenburg sind derzeit mit dem Ehec-Ausbruch in Verbindung gebracht worden. Nach Angaben des Berliner Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso) handelt es sich in Berlin um fünf Kleinkinder unter drei Jahren und ein älteres Kind. Bei drei von ihnen führte die Infektion zu einem hämolytisch-urämischen Syndrom. Diese Erkrankung kann schwere Folgen für Blutgerinnung und Nierenfunktion haben.
Zusätzlich werden in Berlin zwei weitere Kinder wegen HUS behandelt, allerdings ohne bekannten Zusammenhang mit dem Ausbruch in Mecklenburg-Vorpommern. Alle Kinder mit HUS befinden sich in stationärer Behandlung.
Das betroffene Kind aus Brandenburg wird in einer Klinik in Leipzig versorgt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hat sich der Zustand des Kindes stabilisiert.
Unklare Ursache in Mecklenburg-Vorpommern
Die Zahl der Infizierten in Mecklenburg-Vorpommern steigt seit Mitte August stetig. 45 bestätigte Fälle, davon 15 aktuell stationär, meldete das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock. Die meisten Erkrankten sind inzwischen genesen.
Die genaue Ursache bleibt weiterhin ungeklärt. Mehrere Behörden arbeiten zusammen, darunter das Landesamt für Gesundheit, das Robert-Koch-Institut sowie Lebensmittelüberwachungsstellen. Ziel ist es, die Infektionsquelle so schnell wie möglich zu identifizieren.
Im Nationalen Referenzzentrum in Wernigerode konnten mindestens sieben Stuhlproben eindeutig dem aktuellen Ausbruch zugeordnet werden. Ein spezieller Stamm wurde dabei nachgewiesen. Das Robert-Koch-Institut hat hierzu ein epidemiologisches Bulletin veröffentlicht, um eine detaillierte Auswertung der Daten zu ermöglichen.
Ehec besonders für Kinder gefährlich
Ehec bedeutet enterohämorrhagische Escherichia coli. Diese Bakterien kommen vor allem bei Wiederkäuern wie Rindern, Schafen oder Ziegen vor. Die Tiere selbst erkranken nicht, scheiden die Erreger jedoch mit dem Kot aus. Über Fellkontakt, Berührung oder verunreinigte Lebensmittel können sie auf den Menschen übertragen werden.
Die Mikroben bilden sogenannte Shigatoxine. Diese Gifte können bei Menschen starke Durchfälle, blutige Erkrankungen und HUS hervorrufen. Kinder gelten als besonders gefährdet, da ihr Immunsystem noch nicht voll ausgereift ist. Behörden raten Eltern, auf Symptome wie blutige Durchfälle oder starke Bauchschmerzen zu achten und sofort ärztliche Hilfe zu suchen.
Viele Ehec-Fälle in Berlin und Brandenburg
In Berlin wurden im Jahr 2025 bisher 168 Ehec-Erkrankungen gemeldet. Das ist deutlich mehr als in den Vorjahren, in denen der Median bei etwa 62 Fällen lag. In Brandenburg gab es seit Jahresbeginn 109 gemeldete Fälle.
Die gestiegene Zahl hängt auch mit geänderten Testverfahren zusammen. Seit September 2023 suchen Labore bei Untersuchungen systematisch nach Ehec-Erregern. Dadurch werden mehr Fälle erkannt.
Von den Berliner Erkrankten mussten 20 in einer Klinik behandelt werden. Vier der stationären Patienten waren minderjährig.
Rückblick auf den Ausbruch 2011
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt die Dimensionen eines großen Ehec-Ausbruchs. Im Jahr 2011 wurden in Deutschland rund 3.800 Erkrankungen erfasst, mehr als 50 Menschen starben. Damals galten kontaminierte Sprossen aus importierten Bockshornkleesamen aus Ägypten als Auslöser.
Die aktuelle Situation in Mecklenburg-Vorpommern weist deutlich geringere Fallzahlen auf, wird aber von den Behörden intensiv überwacht. Die enge Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen soll helfen, die Quelle des Ausbruchs schnellstmöglich zu finden.
Quelle: RBB24, YouTube