BAB BERLINER  ARBEITSKREIS  FÜR  BEZIEHUNGSANALYSE   E.V.
Angewandte Psychoanalyse in Therapie und Beratung von Familien, Paaren und Gruppen
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ÜBERBLICK
17. September 2004 Wissenschaftliche Fachtagung
Kooperationspartner
/Gastgeber
Berliner Arbeitskreis für Beziehungsanalyse e. V. in Kooperation mit dem Institut für Gesellschaftswissenschaften und historisch-politische Bildung der TU Berlin, mit Unterstützung des Instituts für Rehabilitationswissenschaften der Humboldt-Universität Berlin, der Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten Berlin und dem Bundesverband der Jugendrechtshäuser Deutschland.
Ort Technische Universität Berlin, Straße des 17. Juni (Hauptgebäude), Hörsaal H 3005
Anmeldung Berliner Arbeitskreis für Beziehungsanalyse e.V., Geschäftsstelle c/o Dr. Ute Benz, Baldersheimer Weg 26, 12349 Berlin, Fax 030/74 37 50 33, Email: ute.benz@berlin.de.
Kosten 20,- EURO (Antrag auf Zertifizierung gestellt)
THEMA
"Nur wenn es gelingt, die Gewalt...als solche zu diagnostizieren, kann professionelle Unterstützung ansetzen", schrieb die Berliner Senatorin für Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz in dem Leitfaden "Gewalt gegen Kinder und Jugendliche. Was ist zu tun?" Gewalt gegen Kinder ist unerträglich, sie ist keine Privatangelegenheit, sie ist gesetzlich verboten. Wie aber steht es um Gewalt unter dem Dach von Therapien? Therapieverfahren, in denen Kinder methodisch und stundenlang gegen ihren Willen und trotz heftigen Schreiens gewaltsam durch Erwachsene (Eltern, Therapeuten, Ärzte) bewegungslos festgehalten oder auf den Boden niedergedrückt werden, bis sie erwünschte Verhaltensweisen zeigen, sind Gewalttherapien. Weder medizinisch noch psychotherapeutisch sind diese Verfahren legitimierbar. Gängige Begründungen, mit denen Anwender Gewalttherapien uminterpretieren als vom Kind angeblich unbewusst selbst erwünschte Akte intensiver Zuwendung und Liebe durch Eltern oder Therapeuten, verleugnen die Gewalt gegen das Kind. Die Tagung dient der kritischen fachlichen interdisziplinären Auseinandersetzung mit Theorie und Praxis festhaltender Therapien. Diskutiert werden historische, juristische, medizinische Zusammenhänge sowie elterliche, kindliche und therapeutische Aspekte. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Traumatisierung von Kindern durch Festhaltetherapien.
PROGRAMM
I. Zur Problematik von sogenannten Festhaltetherapien unter psychoanalytischen, historischen und rechtlichen Aspektenv
Moderation: Dr. Angelika Königseder, Peter Dott
09.00-10.00 Gewalt gegen Kinder – Einführung in die Problematik von Festhaltetherapien und ihren traumatischen Folgen. Referentin: Dr. Ute Benz (Analytische Psychotherapeutin für Kinder, Jugendliche, Paare und Familien, Berlin)
10.30-11.30 Heilsvorstellungen durch körperliche Gewalt: Tradition und Ideologie von Therapien. Referent: Dr. Thomas Müller (Institut für Geschichte der Medizin, FU Berlin).
11.30-12.30 Gesetzlicher Kinderschutz im Rechtsstaat. Referent: Wolfgang Rupieper (Amtsgerichtsdirektor, Cottbus).
12.30-14.00 Mittagspause
II. Probleme festhaltender Eltern
Moderation: Dr. Mona Körte
14.00-14.45 Grenzen, Grenzüberschreitungen, missbräuchliche Nebenwirkungen – Beispiel einer Festhaltetherapie bei vermuteter Kindsmisshandlung. Referentin: Dr. Elke Nowotny (Kinderschutzzentrum Berlin).
14.45-15.30 Erwartungen, Ängste und Hoffnungen der Eltern. Referentin: Sibylle von Eicke (Analytische Psychotherapeutin für Kinder, Jugendliche, Paare und Familien, Schlangenbad/Berlin).
15.30-16.00 Pause
III. Alternativen zur Festhaltetherapie aus medizinischer Sicht
Moderation: Monika Zimmer-Breuer
16.30-17.00 Jenseits von Druck und Agieren – psychoanalytische Therapie bei Kindern und Jugendlichen. Referent: Prof. Dr. med. Jörg Wiesse (Direktor der Abteilung Kinder- und Jugendpsychiatrie Klinikum Nürnberg).
17.00-17.30 Pause
IV. Das Erleben des festgehaltenen Kindes
Moderation: Wolfgang Meinhold
"Hört keiner mein Schreien?" Ohrenschützer, schalldichte Räume, informierte Nachbarn. Referentin: Sabine Berloge (Pädagogin und Kinder- und Jugendlichentherapeutin, Berlin).
V. Abschlussdiskussion mit Referenten
Moderation: Dr. Ute Benz
18.15-19.00 Abschlussdiskussion mit Referenten